Eine Antwort darauf, was “Konservativ” nicht bedeutet, liefert Dr. Heiner Geißler heute in einem Interview mit Jakob Augstein und Philip Grassmann von “derFreitag“:
Konservativ sein bedeutet nicht, dass man festhält an dem, was immer war, sondern an dem, was immer gilt. Dazu gehören nicht Fleiß, Ehrlichkeit, Disziplin, Gehorsam, Treue. Das sind nützliche Tugenden, die bekanntlich in Räuberbanden genauso geschätzt werden wie in einer Demokratie – aber keine Grundwerte.
Herr Geißler gefällt mir schon seit Langem ausgesprochen gut. Wenn jemand aus der deutschen Politik geeignet ist, einem das Schablonendenken gründlich auszutreiben, dann fällt er mir als einer der Ersten ein.
OK, es klingt jetzt wahrscheinlich furchtbar transusig… aber es ist ja wie es ist: Ich bin davon überzeugt, dass es dieser unserer Republik wesentlich besser ginge, gäbe es noch viele Geißlers, die sich Gehör verschaffen und noch dazu die Instrumente in Händen hielten um Dinge zu bewegen.
Wer mehr lesen mag: In der Frankfurter Rundschau gab Geißler Anfang März ein beindruckendes Interview, welches tiefe Einblicke nicht nur in Heiner Geißlers Denken und Handel gibt. Nein, es gewährt auch Einblicke in die politische Entwicklung der BRD, hin zu einem zügellosen Neoliberalismus in dem Lenkungsaufgaben zugunsten verschiedener wirtschaftlicher Interessen einfach nicht mehr wahrgenommen werden. … und unser aller BundesGuido bekommt so richtig einen zwischen die Hörner, sachlich aber mit Schmackes. Danke dafür! ;)
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