Cover Goethes Hinrichtung copy; Rotbuch VerlagWieder mal ein Zufallsfund aus der Bibliothek; Viktor Glass’ “Goethes Hinrichtung” ist nach Hagenas “Apfelkernen” mein zweites Highlight in diesem Jahr.

Mit viel Gefühl für die Zeit (1783) und Personen beschreibt Glass die Umstände, welche schlussendlich zur Hinrichtung der Johanna Catharina Höhn, einer vermeindlichen Kindsmörderin, führen.

Vom Leben und Sterben einer Magd – Welche Rolle spielte Goethe?

Johanna Catharina Höhn ist niederste Magd in der Niedermühle Weimar. Sie arbeitet, wie die meisten anderen einfachen Menschen auch, unter harten, um nicht zu sagen härtesten, heutzutage kaum vorstellbaren Bedingungen. Im Alter von 15 Jahren, kurz nach dem Antritt der Arbeitsstelle, wird sie vom Müller zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Danach hat Johanna einige Jahre Ruhe um dann später regelmäßig von dem Müller missbraucht zu werden. Letztendlich wird sie in Folge des regelmäßigen Missbrauchs schwanger. Dieser Umstand bleibt allerdings sowohl ihr, als auch ihrem Umfeld sehr lange verborgen. Erst durch einen Zufall entdeckt die Gattin des Müllers diese Schwangerschaft zu einem Zeitpunkt,  da die Geburt nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.

Das Entsetzen über diese ungewollte Schwangerschaft ist groß, Johanna – sie ist von einfachem, sehr schlichten Gemüt – kann nicht wirklich erfassen dass es wahr sein soll. Direkt nach der Geburt stirbt das Neugebohrene. Es kann bis heute nicht endgültig nachvollzogen werden ob es eher ein Unfall war, oder ob unbewusste “Handlungen” der vollkommen aufgelösten, ja in größter Not, Panik, innerer Auflösung befindlichen Johanna zum Tod des Kindes führen. Mehr