Blake Nelson – Paranoid Park
Aug 16
Literatur Blake Nelson, Gus Van Sant, Paranoid Park, Trailer 1 Comment
Dieses Buch habe ich tatsächlich nur in die Hand genommen, weil ich von Gus Van Sant’s Verfilmung (Trailer siehe unten) gehört habe. Der Autor – Blake Nelson – hat mit “Paranoid Park” eine Erzählung über Schuld, Sühne und Gewissensnöte geschrieben, die es wirklich in sich hat.
Der geneigte Leser begleitet einen Jungen aus relativ geordneten Vorstadtverhältnissen. Er ist durch die anstehende Scheidung seiner Eltern ziemlich verunsichert, ansonsten ein ganz “normaler” Jugendlicher in der späten Wehen der Pubertät. Eines Sonnabends verabredet er, dessen Namen wir nicht erfahren werden, sich mit seinem Freund zum Skaten im “berüchtigten” Paranoid Park. Einer Skate-Anlage unter einer Brücke Portlands gelegen, keine Hochglanz-Vorstadt-Kids-Anlage, sondern ein recht heruntergekommenes Ding. Es heißt, hier wäre vor Jahren jemand erstochen worden. Der Paranoid Park gilt als Treffpunkt der besten Skater überhaupt, gesellschaftlichen Underdogs, deren Leben einzig und allein vom Skaten bestimmt wird. Da der Freund kurzfristig verhindert ist, fährt der Junge allein zu diesem Park. Es scheint wären die Gerüchte und der Ruf teilweise unbegründet, schnell lernt er andere Jugendliche kennen, offenbar Straßenkids. Trotz der Vorbehalte sind diese recht umgänglich und so beschließt man, noch etwas zu unternehmen. Auf dem Weg zu einem Supermarkt passiert allerdings etwas, in dessen Folge ein Wachmann stirbt. Der junge Protagonist der Geschichte gibt sich selbst die Schuld an diesem Vorfall und in der Folge begleitet ihn der Leser bei seinen Versuchen, mit diesem Unglück einen erträglichen Umgang zu finden.
Blake Nelson beschreibt diese Versuche auf eindringliche Art. Und schnell hofft man, dass eine Lösung gefunden wird, mit der es sich Leben lässt, dass der Junge einen Umgang mit seinen Nöten findet. Allerdings, soviel zur Warnung, bleibt das Ende der Geschichte offen. Ich habe dieses Buch trotz, oder gerade wegen dieses offenen Endes, sehr gern gelesen (Auch wenn es als “Jugendbuch” beworben wird und zumindest dieses Kriterium durch mich nicht mehr so ganz zu erfüllen ist ;-) ). Es handelt sich keinesfalls um eine trostlose Erzählung, an deren Ende ein komisches Gefühl zurück bleibt. Und es würde mich doch sehr wundern, wenn “Paranoid Park” nicht zur Pflichtlektüre zumindest in vielen deutschen Gymnasien würde.
Blake Nelson
Paranoid Park
Verlag: Beltz
ISBN-10: 3407810393
ISBN-13: 978-3407810397
Trailer
