ich verbringe definitiv zuviel Zeit in öffentlichen Verkehrsmitteln. Im Mai waren unter anderem am Start:

Christian Mørk – Darling Jim

Ein “Psychothriller” der etwas anderen Art. In einer kleinen irischen Stadt gerät das Leben von vier Frauen und einem Mann ziemlich gründlich aus den Fugen. Transporteur der Geschichte ist eine sechste Hauptperson, ein junger (Ex-)Postbote, der zufällig in den Besitz des Tagebuches einer dieser Frauen gerät. Sehr spannend, schwer in eine passende Schublade zu packen (aber muss dass denn auch sein?), durchaus vom irisch/kleinstädtischen Lokalkolorit geprägt und äußerst kurzweilig. Sicherlich nichts für Leser/Innen, die unter Thriller nur Deaver, Ambler, Highsmith und Co. verstehen, eher für Leute die auch Romanen wie Proulx “Schiffsmeldungen” etwas abgewinnen können.

Liza Marklund – Lebenslänglich, Der rote Wolf

Wer Marklund kennt und mag wird bestens bedient. Solide skandinavische Krimis. Das besondere ist die weibliche Hauptfigur, die Journalistin Annika Bengtzon, welche in schöner Regelmäßigkeit über knackige Kriminalfälle “stolpert” und aufgrund ihrer Angewohnheit nicht so leicht aufzugeben, mitten in diese hineingerät. Hübsch geschildert auch die Kämpfe mit den alltäglichen Schwierigkeiten einer Mutter zweier Kinder, dem Ehegatten auf Abwegen (der Idiot ;) ) und der journalistischen Kollegenschaft.
 

Jo Nesbø – Schneemann

Nesbø schreibt recht heftige Thriller in denen er es versteht den Leser sowohl an dem Wahnsinn/Beweggründen der Täter(innen? ;) ) und der Ermittler teilhaben zu lassen. Wenn Harry Hole loszieht um die Fälle aufzuklären, dann ist man schon recht dicht bei dieser Figur. Das gilt auch für die großen und kleinen Probleme dieses Polizisten. Dabei hat mich allen Ernstes der Name der Hauptfigur über längere Zeit davon abgehalten einen “Nesbø” in die Hand zu nehmen… schön bescheuert.

Der “Schneemann” ist wenig zimperlich in der Darstellung der Geschehnisse, das muss man mögen. Was mir an diesen norwegischen Thrillern[1] gut gefällt ist die Art und Weise, wie der Leser an die Auflösung der Fälle heran geführt wird. Man hat recht früh einen Verdacht, ist durchaus gezwungen eben diesen das ein oder andere Mal zu revidieren und die Geschichten bleibend spannend bis zum Schluss.

[1] Die durchaus auch mal in Australien spielen können (“Der Fledermausmann”)

Jeffrey Archer – Der gefälschte König

Eine Sammlung von Geschichten, die Archer während seiner Zeit in englischen Gefängnissen erzählt wurden. Es handlet sich (entgegen des Klappentextes) ausnahmslos um wahre Kriminalfälle. Und die Kriminellen sind hier manchmal wahrlich tragische Figuren (wie gesagt, Jeffrey Archer hat sie im Gefängnis erzählt bekommen). Sehr schön und fast zu kurz.

Antony McCarten – Superhero

Ohoh, das Buch, besser Büchlein hat mir ganz schön zu schaffen gemacht. Man begleitet den vierzehnjährigen Donald F. Delpe auf der Suche nach der Liebe, beziehungsweise dem, was Donald sich darunter vorstellt. Und so schlurft man gemeinsam durch die Stadt, der I-Pod dröhnt, zeichnet Comics. Das Spezielle an dieser Suche: Donald hat wahrscheinlich nicht mehr sehr viel Zeit denn er leidet an Leukämie. Was Antony McCarten aus diesem Plot macht ist umwerfend. Man schmunzelt, ist erschrocken, schämt sich ab und an fremd, ist traurig, erbost.. das nimmt gar kein Ende. Die eigentliche Kunst McCartens besteht m.E. aber darin, die Geschichte auf eine großartige Art und Weise zu erzählen. Etwas gewöhnungbedürftig ist im ersten Moment der etwas drehbuchartige Schreibstil, im Nachhinein würde ich sagen: Wie hätte diese Geschichte überhaupt anders erzählt werden können? Lesen!

Roger Smith – Blutiges Erwachen

Ein farbiger Ex-Personenschützer – frisch aus dem Irak zurückgekehrt, sein Auftraggeber – ein “Händler des Todes” und dessen aus den USA stammende Freundin, zwei Gangs aus den Cape Flats, einige Polizisten, die Droge Meth – in den Flats als Tik bezeichnet, dass sind die wichtigsten Zutaten für diese ziemlich schnelle Geschichte.

Das Ganze geht sehr brutal zu und wird recht explizit geschlidert, deswegen ist es aber noch lange kein Thriller, sondern vielleicht eher ein Krimi in einer modernisierten Variante der Hard-Boiled Krimis. Es liest sich gut und flüssig, aufhören ist kaum möglich. Insgesamt ist mir das doch einfach zu ruppig, auf eine ganz spezielle, etwas fremde Art. Liest sich ganz gut wenn man denn mit der Brutalität klar kommt.

Stephen King – Die Arena

Mein erster King seit langer Zeit… und da ich noch mittendrin stecke gibt es heute auch noch nichts zum Buch. Bisher gefällt es mir sehr gut, vieles was die älteren Bücher von King für mich so lesenswert machte, diese exakte Schilderung der Bürger, speziell diese kleingeistig, selbstgerechte Uärksigkeit…. alles drinnen und noch viel mehr.

Wege aus der Finsternis. Europa im Mittelalter