Und so geschah es also (20.07.2009), dass ich mich morgens um 08:00 Uhr aufmachte, Dirks Einladung zu folgen:
Zitat:

Solltest Du mal einen Tag Zeit haben und motorisiert sein lade ich Dich gern für einen Tag zum schiessen, quatschen, Bogen testen, Bogenbau zusehen, etc. nach Bergen (Kreis Celle) ein.

Zeit war vorhanden, das Auto tat was ein Auto tun muss und so traf ich knapp 1 Stunde später bei Dirk in Bergen ein. Nach der Begrüßung holten wir erstmal einige Bögen, Pfeile etc. aus Dirks Wagen. Und dann durfte ich in der Halle meine ersten Schüsse auf die Scheibe abgeben. Der Bogen war ein glasbelegter Eschenbogen, mit einer Zugkraft von ca. 30# bei meinem Auszug von ca. 31″. [1]

Einige Basics wurden mir zuvor von Dirk erzählt, dann galten keine Ausreden mehr:

Ein Mann, ein Bogen, Pfeile und ein Ziel… Hohoho. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an seine ersten Schüsse. Ankerpunkt? Was ist ein Ankerpunkt? Und wie soll ich mich darauf konzentrieren den rechten Ellenbogen hinten etwas tiefer zu nehmen, wenn doch vorn der Pfeil gerade wieder mal macht was er will? Wohin muss ich halten um den Pfeil halbwegs auf der Scheibe zu platzieren, Zielen oder nicht Zielen ist hier die Frage. Dann aber: Den Bogengriff fest gepackt (eher versucht mich daran festzuhalten), ausgezogen, Schuss…. alles fühlt sich etwas komisch/unsicher an… deutlich daneben. Aber der erste Pfeil war draußen. Dirk wusste wahrscheinlich gar nicht recht, wo er zuerst mit den Korrekturtipps ansetzen sollte. Mit viel Konzentration und einer gewissen Portion Tapferkeit bei allen Parteien, auch dem Material, wurde es aber immer besser.

Und so landeten zm Ende der Hallensession alle Pfeile auf der Scheibe, wo genau sag ich jetzt mal nicht. Richtig superg**l war, dass ich zum Schluss schon im Moment des Releases wusste: Der ist gut, oder der geht in die Hose. Auch habe ich zum Schluss, ganz im Gegenteil zu furchtsamen Beginn, den Flug des Pfeils in seiner ganzen Länge “sehen” können. Klare Feststellung: Mann, das macht irre viel Spaß! Aber es war ja nur der Anfang. In einer Schießpause zeigte mir Dirk die Werkstatt. Es begrüßte uns ein Work-in-Progress Krokodil des Formates “Ich-bin-einNil-Krokodil-und-fress-Dich-gleich-auf”, nix niedlicher kleiner Alligator, das seiner Vollendungs als 3D-Ziel harrte und jede Menge Holz, Werkzeug, Maschinen. Nach Arbeit sah es aus und ich hatte plötzlich eine trockene Hasel und einen Mords-Ebereschenstamm im Auto. Da geht was! Nach einer kurzen Mittagspause ging es raus: Der Parcour rief.

Ich bitte Euch um Verzeihung wenn ich hier ein wenig den – eh nur mühsam gehaltenen – Pfad der Sachlichkeit verlasse. Es war die Krönung! Glücklicherweise war keine Kamera verfügbar, mein Grinsen hätte wohl zu dämlich ausgesehen… Hammer! Und Schiss. Aber reichlich, denn ich befürchtete, dass so einige von Dirks Pfeilen auf Nimmerwiedersehen werweißwo verschwanden, nur nicht im Schaumstoff. Nun denn, die Sonne schien, ein schöner erfrischender Wind wehte, das Gelände war sehr einladend. Nach dem Einschiessen auf die arme Eule ging es bergauf zur ersten Station: Der Bär… hm, weit … hüstel … öfff, ziemlich doll viel weit….. den ersten Pfeil hab ich dem Schwarzpelz vor die Füße gezimmert, der zweite – Jäger und Schaumtierschützer überlesen das jetzt bitte mal – ging mittschiffs in den Hals. Hey WOW! Was war das, Freude, Aufregung, erste Anflüge eines blödfrohen Grinsen, Kribbeln. Der sitzt! Nicht schön, ok, ….. aber Shit happens, wie Klasse ist das denn? Treffer!

Und so haben wir uns durch den Parcour gearbeitet. Es gab echte Fehlgriffe, mit einigen Tieren hatte ich es nicht so, aber die (mehr oder weniger) gelungenen Schüsse entschädigten doppelt und dreifach für jeden einzelnen Fehlschuss! Ratte und Reiher klappten wirklich super, einige andere auch und ich weiß jetzt gar nicht sooo genau, wie ich Euch meine unglaubliche Begeisterung vermitteln soll.

Bogenschießen ist toll, 3D-Parcour unbeschreiblich.

Auf diesem Wege nochmals herzlichen Dank an Dirk für diese geniale Möglichkeit. Und nun muss ich raus, ich brauch einen Bogen, schnellstmöglich, und den werde ich mir selbst bauen. Jawollja!

p.s.: Was für ein genialer Sport!
p.p.s: Und zwei hab ich mir auf den Unterarm gezimmert.

[1] Korrektur von Dirk: “Der Bogen war ein einfacher 60″ Recurve mit 30# @ 28″ und Dein Auszug lag bei knapp unter 30″,  er schwankte noch von 29″ bis 30″ die Pfeile waren 30,5″ lang!”