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Amazonas März/April 2008

Titelbild der Amazonas März/April 2008; Copyright NTV-VerlagDie aktuelle Ausgabe ist “draußen” und um es gleich vorweg zu nehmen, primär Zwergbuntbarsch-relevante Themen sucht man vergeblich. Dabei hatte mir doch jemand etwas Anderes geflüstert, Schweinerei. ;) Aber das soll uns nicht davon abhalten, einen genaueren Blick in das Heft zu werfen (es gibt sonst auch wieder Bemerkungen bezüglich des Tellerrandes, über den man schauen sollte, zwecks Erweiterung des Horizontes. Das ist natürlich so verkehrt nicht, alles gucken wir mal was uns dort erwartet.

Das Titelbild zeigt Platys, gold-orangene Platys und diese bestimmen den Inhalt maßgeblich. Kein Thema welches sich jenseits meines Tellerrandes befindet, da muss ich eher unter dem Teppich schauen gehen…. also Platys, fünf Artikel, 35 Seiten Platys von der Hochzucht (ein Thema das man durchaus sehr kontrovers diskutieren könnte) bis hin zur Zucht von diesen … Plagen. Und eine Züchterei in Singapur hat der Hans-Georg auch besucht. Das allerdings ist der einzige Artikel aus diesem Komplex, den ich auch durchgelesen habe. Es ist interessant zu sehen, wie so etwas gewerbsmäßig im großen Stil vonstatten geht. So, fertig, zu dem Thema sag ich nüscht mehr.

Das Editorial enttäuscht mich auch, aber ganz anders. Wurden wir in den vergangenen Ausgaben mit dem Anblick des Chefs in einer Hängematte, Bier genießend und barbrüstig verwöhnt, wird diesmal ein Arowana gezeigt. Was soll ich sagen? ;) Aber im Folgenden wird noch einmal über diese Riesen zu sprechen sein.

Dem Aquascaping-Contest auf der Heimtiermesse Hannover wird ein Bericht gewidmet, danach werden neue Garnelen aus Sulawesi vorgestellt. Darunter ist ein Exemplar, welches ich schon recht attraktiv finde: Caridina sp., die Kardinalgarnele. Thomas Weidner schreibt über die Revision der Gattung Archocentrus. Im Zuge dieser Revision durch SCHMITTER-SOTO (PDF) werden auch die Cryptoheros und Hypsophrys bearbeitet und zwei neue Gattungen vorgestellt: Amatitlania und Rocio in der die berühmten/berüchtigten Jack Dempsey’s untergebracht wurden.

Klassiker des Monats, eine Rubrik die ich sehr mag, ist diesmal Puntius cf. tetrazona, die Fünfgürtelbarbe, vorgestellt von Michael Kokoschka, illustriert mit sehr guten Fotos von Ingo Seidel. Wiederum Hans-Georg Evers stellt Mudilogobius rexy, die Zitronengrundel aus dem Towuti-See in Sulawesi vor. Diese Grundeln sind ja meist sehr “schnuffelig” um nicht zu sagen niedlich. Versuche des sehr erfahrenen Verfassers, Mudilogobius rex zur Vermehrung zu bewegen scheiterten. Das Männchen erreicht gerade eben eine Länge von 5cm, der Verfasser brachte fünf Paare mit nach Deutschland, spricht aber davon, den nächsten Zuchtversuch in einem 500 (!) Liter-Becken besetzt mit einem Männchen und einigen Weibchen zu versuchen… Uff, das nenne ich mal Platzbedarf.

Es folgt ein Artikel von zwei Menschen, deren Website ich fast im Wochentakt besuche um zu schauen, in wieweit die Renovierungsarbeiten abgeschlossen und der Betrieb wieder aufgenommen wurde: Ilse Lass und Guido Höhner vom Fischhaus Zepkow beschreiben ausführlich die Zucht und Haltung des Tanganjika-Stachelwelses. Sehr faszinierend sind die Bilder aus der Bruthöhle. Dazu wurde von unten durch den Glasboden des Beckens fotografiert.

Über Hemirhamphodon tengah war in der Vergangenheit in Olaf Deters „Aquaristik im Detail“ schon Einiges zu lesen, im Artikel beschreiben Alexander Dorn und Ralf Nelles sehr ausführlich die Herkunft, Haltung und Zucht dieses ungewöhnlichen Fisches. Es erscheint nicht allzu kompliziert, die Voraussetzung sind aber weich/sauer gefahrene Aquarien. Die nachgezogenen Jungfische benötigen in den ersten Tagen sehr feines Futter, mit Artemia ist anfangs noch kein Blumentopf zu gewinnen. Selbst feinst zerriebenes Flockenfutter wird gut angenommen, so haben auch Pantoffeltierchenansatz-Killer eine reele Chance diese Halbschnäbler zu vermehren.

Joachim Knaack stellt mit dem Glanzwurm (Lumbriculus variegatus (MÜLLER, 1774) )ein hierzulande als Lebendfutter noch relativ unbekanntes (Futter-)Tier vor. Interessant vor allem, die recht einfache Vermehrung. Bis der Autor diese heraus gearbeitet hatte ging allerdings einige Zeit ins Land. Ob ich persönlich diese Würmer ins Aquarium werfen würde weiß ich ehrlich gesagt noch nicht, irgendwie… brrrrrr

Ein weiterer Tümpelartikel von Reinhold Wawrzynski beschreibt auf recht unterhaltsame Weise einen misslungenen Versuch, ausgerüstet mit Fahrrad, Kescher, Behältnissen und einer Jacke, welche der angedichteten Atmungsaktivität nicht wirklich Genüge tut, Tümpelfutter für die Pfleglinge zu fangen.

Mit dem Vorurteil, die Gitterpflanze Aponogeton madagascariensis wäre ein schwieriger Aquarienzögling, räumt Rainer Münch auf …

… und dann geht es zu den Knochenzünglern. In Asien als Glückbringer und Familienfische sehr beliebt, finden sich in Deutschland nur wenige Liebhaber dieser Giganten. In der Arowana-Story erzählt Hans-Georg Evers von seinem Besuch einer Zuchtfarm auf Java, den Transport von 42 ausgewachsenen Tieren nach Pontianak/Borneo. Entsprechend des Ansehens dieser Fische im asiatischen Raum und deren montären Wert angemessen, beschreibt Hans-Georg hier eine spannende Großunternehmung. Um den Aufwand zu verstehen ist es vielleicht interessant zu wissen, dass schon für 12cm Jungtiere guter Qualität durchschnittlich 600 US$, für 20-25cm große Tiere um die 1500 US$ gezahlt werden. Hier gingen ausgewachsene 80cm Brocken auf Reisen!

In der Rubrik “Kurz Vorgestellt” gibt es echtes Leckerli. Passend zum Artikel von Alexander Dorn und Ralf Nelles wird hier Dermogenys weberi, ein ausnehmend schöner Halbschnäbler aus dem Matano-See/Sulawesi gezeigt, der von Mimbon importiert wurde. Mit zehn Zentimetern Länge vermute ich, dass hier in etwas größeres Aquarium zur Haltung genutzt werden muss.

Das war es dann auch mit der Amazonas, es schließt mit einer Vorschau auf die kommende Ausgabe und den abschließenden Worten zur Nacht.

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