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Badis sp. “Buxar” - Artikel in der DATZ 11/2007

Nun hat dieses kleine Juwel unter den Badidae auch Einzug in die deutschsprachige Aquarienliteratur gefunden. In der aktuellen DATZ liefert Dieter Bork mehrere Seiten über Badis sp. “Red”. Ja, genau richtig gelesen: Obwohl diese Art schon seit Monaten in der nationalen und internationalen Internetwelt als Badis sp. “Buxar” diskutiert und unter diesem Namen auch getauscht wird, kommt hier wieder ein neuer Name ins Spiel. Davon lasse ich mich im Moment aber nicht weiter irritieren, sp. “Red” führe ich als Synonym einfach mit.

Aber vielleicht erbarmt sich mal jemand und erläutert mir in einfach verständlichen Worten, warum immer wieder neue Namen aus der Tasche gezaubert werden, selbst wenn, wie in diesem Fall, ein Fisch schon seit längerem unter anderem Namen diskutiert wird. Merci und Dankeschön.

Anmerkungen

Vor zwei, drei Monaten erreichten mich einige aufgeregte Mails in denen davon gesprochen wurde, dass B. sp. “Buxar” in einem Artikel als Badis tuivaiei behandelt werden sollen. Davon ist hier keine Rede mehr, als Ausgleich gibt es einen neuen Namen. Egal, der Artikel selbst ist schön geschrieben, macht Lust auf Badis sp. “Buxar”. Ergänzend kann ich vielleicht noch einige Anmerkungen loswerden.

Nachzucht - Die Nachzucht klappt auch bei Vergesellschaftung mit recht gewitzten Fressfeinden. Meine Badis schwammen über einige Monate zusammen mit vierzig hochaktiven Microrasbora erythromicron. Während bei den Bärblingen während dieser Zeit nicht ein einziger Jungfisch durchgekommen ist, vermehrten sich die Badis sp. „Buxar“ gut.

Futter – Dieter Bork schreibt, dass die Badis bei unpassender Vergesellschaftung unter Umständen ins Hintertreffen geraten könnten, nicht ausreichend versorgt werden, da sie doch eher ruhig zur Nahrungsaufnahme schreiten würden. Hier kann ich berichten, dass die bei mir schwimmenden B. sp. „Buxar“ sehr effektiv zur Jagd schreiten. Die Beute wird kurz anvisiert und dann mit einem überraschend schnellen Vorschnellen gefangen. Auch die vierzig Microrasboren konnten nicht verhindern, dass die Badis reichlich fraßen. Entgegen den Äußerungen des Autors habe ich übrigens keine Aufnahme von Frostfutter beobachten können, auch nicht nach längeren Hungerperioden. Meiner Meinung nach muss man hier etwas zurückhaltend agieren – Wer nicht regelmäßig Lebendfutter zur Verfügung hat sollte sich die Anschaffung dieser Fische gut überlegen. Es könnte problematisch werden und die Leidtragenden wären in dem Fall die Fische.

Balz – Zum Balzverhalten wird leider nur wenig gesagt. Die Weibchen von Badis sp. „Buxar“ sind nämlich, bei entsprechendem Angebot, sehr wählerisch. Dabei kommt es zu zwei Varianten des „Dich will ich!“. Die eine ist relativ unspektakulär, viele meiner Männchen hocken in ihren Höhlen und warten. Das laichbereite Weibchen zieht von Höhle zu Höhle. Dabei werden einige Höhlen durchaus mehrfach besucht. Letztendlich entscheidet es sich dann nach einiger Zeit für ein Männchen und laicht in dessen Höhle ab. Richtig nett sind die Männchenversammlungen anzusehen. Als müsste dringend ein Thing abgehalten werden, treffen sich mehrere Männchen (gestern waren es sechs) in einer Ecke des Aquariums. Dabei hocken die Männchen teilweise wirklich Seite an Seite. Im Gegensatz zum normalerweise sofort einsetzenden Imponier- und Revierverteidigungsverhalten mit starken Verfärbungen, voll gespreizten Flossen, S-förmigen biegen des Körpers, herrscht Ruhe und Frieden! Es hat mich wirklich sehr erstaunt, alle Männchen sind entspannt (zeigen Normalfärbung) und das über einige Stunden. Das Weibchen zieht immer wieder mitten durch diese Ansammlung williger Herren. Nach und nach zieht sich ein Männchen aus der Gruppe zurück und verlässt das „Treffen“. Gestern zog sich das über dreieinhalb Stunden, danach konnte ich das Weibchen mit dem zuletzt an Ort und Stelle verharrenden Männchen in dessen Höhle beobachten.

Kommentare

Comment von Dirk
Zeit: 6. November 2007, 00:53

Hi Marc,

schöner Bericht.
Habe Deine Anmerkungen auch im Forum gesehen. ;) Ich denke, daß Du auch in die Richtung plädierst, nicht damit “anzugeben”, was man so alles hat(te) und wie schnell man an “neue” Fische rankommt. “Mein Haus, mein Auto, mein Pferd, meine Yacht…” oder?

Comment von Marc
Zeit: 6. November 2007, 07:04

Moin,
Dirk ist wieder im Lande ;). Im Falle des hier erwähnten Artikels ist es aber anders. Wie ich von einem “ausländischen” Fischfreund erfuhr, hat der Herr Bork die lütten Badis auch als sp. “Buxar” erhalten. Warum nun auf Teufel komm raus ein anderer Name als der schon eingeführte her musste, darüber lässt sich trefflich spekulieren. Ich unterstelle jetzt einfach mal nicht, das der Verfasser dann auch als Namensgeber Erwähnung findet.

In den Anmerkungen im Forum, dem “Plädoyer” geht es mir um etwas ganz anderes. Tatsächlich nämlich genau um das was ich dort schrieb: Ausführlichere Verhaltensbeobachtungen lassen sich meiner Meinung nach eben nicht ein halbes Jahr nachdem die Art in Deutschland aufgetaucht ist verfassen, dazu braucht es eine ausführlichere Beschäftigung mit der jeweiligen Art. Und deshalb lese ich die Hoffmannschen Artikel so gern, da vergehen manchmal zwölf oder mehr Monate bis die Arbeit an einem Artikel aufgenommen wird.

“Mein Haus, mein Auto…” ist für mich noch eine andere Geschichte. Da muss jeder selbst sehen wie er damit klar kommt. Mir ist es egal. Und es wird in allen Bereichen - beruflich wie auch im Hobby - immer reichlich viele Jünger, oder wie mir gestern jemand aus Wien schrieb “Groupies” geben. “Groupies” finde ich schön, ich glaube, die nehme ich irgendwann nochmal in den Text zur Internetaquaristik auf.

In der Firma haben wir ein paar (wenige!) Beispiele, man glaubt es kaum. Nimm den Menschen ihre Statussymbole und es bleibt wenig, erschreckend wenig. Manche Unterhaltungen geraten dort schon zu einem Wettstreit: Jemand erzählt und sofort werden Geschichten aufgetischt, in denen es noch doller, noch schwieriger, noch aufregender, noch teurer (t.b.c.) zugeht. Da kann man nur flüchten. Dabei ist die Ursache schon ganz klar, Minderwertigkeitskomplexe bis zum Abwinken. Aber bei erwachsenen Menschen erwarte ein bisschen Selbstreflektion. Klappt eigentlich nie, also mache ich einen ganz große Bogen um diese Leute. Im Berufsleben, wie auch im Privaten. :)

Gruß
Marc

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