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VDA-aktuell 4-2007 erschienen

VDA-aktuell 4-2007Heute Morgen habe ich die neueste Ausgabe der VDA-aktuell aus dem Briefkasten gezogen. Dabei handelt es sich um die “Verbandszeitschrift Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde e.V. gegr. 1911“.

Ein erster Blick auf Titelseite und Inhaltsverzeichnis lässt diesmal, jenseits der seitenlangen Verbands-”Interna” welche ich, gelinde gesagt, ziemlich langweilig finde, einiges an gehaltvollen Informationen zur Aquaristik selbst erwarten. Und ich werde nicht enttäuscht. Im Folgenden ein kurzer Abriss zu einigen, meiner subjektiven Meinung nach besonders interessanten Beiträgen.

Der VDA legt sich mit Herrn Lüdcke an! Und das sollte Euch alle interessieren. Der Herr Lüdcke ist nämlich so ein ganz besonders gewissenhafter Mensch. Wieso nun aber solltet Ihr Euch über einen Herren namens Lüdke Gedanken machen? Ach, das ist eigentlich recht schnell erzählt. Der Herr Lüdcke hat einen Posten bekommen. Dieser Posten nennt sich “Tierschutzbeauftragter der Stadt Berlin”. So weit, so uninteressant? Nun, dann ist es vielleicht ganz interessant zu hören, das sich der Herr Lüdcke als erste Aufgabe die Durchsetzung einesMarc Importverbotes von Wildtieren in die Europäische Union auf die Fahnen geschrieben hat. Der Herr Lüdcke sagt nämlich in aller Öffentlichkeit, das 90% der importierten Fische sterben würden, und dass die von den “Fischzuchtvereinen” gezüchteten Fische eine ausreichende Artenvielfalt garantieren würden.

Auweiha, ist es schon wieder so weit? Mir sträuben sich die Nackenhaare, wenn ich solch einen Unsinn lesen muss. Aber der VDA hält dankenswerter Weise kräftig dagegen. Dieses geschieht mit schlagkräftigen Argumenten und ohne auf die fragwürdige Arterhaltungsschiene abzugleiten. Dafür meinen öffentlichen Dank. Wink

Unter dem Titel “Schmutzige Nachzuchten” berichtet Paul Rowntree über die geglückte Nachzucht von Danio tweediei. Eine ziemlich schlunzige Beckenpflege führte letzten Endes zu 146 Larven von Danio tweediei. Ein schöner Artikel, der zeigt, das manchmal Zufälle der Schlüssel zum Erfolg sind.

Die Kaltwasser-Fraktion wird mit einem Bericht über die Pflege und Zucht von Notropis lutrenis beglückt. Wunderschöne Fische, deren Haltung nach einem kühlen Keller verlangt. Im Verlauf des Artikels von Kai-Uwe Genzel erfährt der schräge (weil geneigte) Leser, das auch amerikanische Exporteure nicht davor zurückschrecken, Weibchen dieser Art zurück zu halten um den Bedarf an “Nachschub” künstlich hochzuhalten. Ich mag eingestreute Informationen dieser Art sehr. [1]

Und es geht weiter, Slavomil Boudný aus Jilmenice in der Tschechischen Republik beschreibt die Pflege und Zucht von “Rhadinocentrus ornatus“. Das gezeigte Foto lässt einen sehr eleganten Fisch erahnen, hier hätte ich mir ein/zwei weitere Bilder gewünscht, aber da hilft dann notfalls auch das Netz weiter.

Gruß an alle Freunde des Tümpelfutters, Rudolf Rucks, Mitgleid der Kieler Aquarienfreunde hat einen sehr ausführlichen Artikel zum Thema “Staubfutter” verfasst. Das beginnt mit dem benötigten Gerät, führt über Fangmethoden und Fangzeiten, bis hin zur Zucht von Pantoffeltierchen. Das alles ist reichlich mit Bildmaterial dokumentiert. Klasse!

Ernst Sosna lässt die Leser an einem “Fischfangabenteuer Guayana” teilhaben. Wirklich sehr schön geschrieben, ich habe nur den Eindruck, als wäre der Artikel versehentlich oder aus der Platznot heraus etwas abrupt gekürzt worden. Schade!

Und dann kommt etwas, das kontroverse Diskussionen auslösen könnte. Heiko Bleher erläutert, wie er “Authentische Natur-Biotop-Aquarien” versteht. Hach, der gefällt mir, dass führt zu roten Köpfen am Aquarianer-Stammtisch. Wie in anderen Beiträgen, welche ich bisher von Heiko Bleher gelesen habe (allzuviel ist es ehrlich gesagt nicht, kann mir endlich mal jemand “Blehers Discus Band 1” schenken? Cool ), versteht er es durchaus, seine Erfahrung und Leistungen hervor zu heben. Ganz ehrlich, ich finde das nicht wirkich schlimm. Der Mann hat bisher - Zitat aus dem Artikel - ca. 800 Felduntersuchungen in 162 Ländern durchgeführt, das ist m.E. höchst beachtlich. Zurück zum Thema, schaut man sich die abgebildeten Beispiele der Biotop-Aquarien an, dann wird so manch ein/e Aquarienliebhaber/in spitze Lippen machen und einen recht indignierten Gesichtausdruck zeigen. Smile

Das war noch längst nicht alles. Es wird eine kurze Hilfestellung für die Nutzung der Nachzuchtensuche auf vda-online gegeben, in Schleswig-Holstein wurde eine DKG-Gruppe gegründet, neue Erhebungen des Industrieverband Heimtiere (IVH) ergeben, dass in Deutschland ungefähr 1.950.000 Aquarien, ca. 1.500.000 Gartenteiche und knapp 500.000 Terrarien betrieben werden…. puh, das ist gewaltig! Da soll der Herr Lüdcke mal kommen

[1] Laut Lutz Döring handelt es sich bei der Information, dass amerikanische Exporteure Weibchen zurückhalten um Blödsinn. Wörtlich schreibt Lutz: “Die verfügbaren Tiere wurden in Deutschland gezüchtet, dieser Züchter hat nur Männchen weitergegeben.“, Zitat Ende.

Zur Sicherheit habe ich noch einmal in den Artikel geschaut. Dort steht wörtlich: “Da diese Fische meist in Europa unbekannt sind und selbst bei Spezialisten noch nicht weit verbreitet sind, werden von amerikanischen Exporteuren oft die Weibchen zurückgehalten.” Zitat Ende.

Für den Moment muss nun jeder selbst sehen, wie man die beiden Aussagen gewichtet, ich persönlich neige dazu, die Information von Lutz ernst zu nehmen und den Text bezüglich der amerikanischen Exporteure als “Legendenbildung” zu betrachten. Zumal die Begründung für das Zurückhalten der Weibchen ein klitzeklein wenig abstrus zu sein scheint.

Kommentare

Comment von Dirk
Zeit: 11. September 2007, 04:20

Hi Marc,

also das erinnert mich an einen Bericht über die damals aufkommenen Crowntail-Bettas. Sicherlich sind es gerade die Männchen, welche überhaupt die jeweilige Flossenbildung besitzen, die auch das Ziel der Zucht ist. Aber (auch) in diesem Fall wurden/werden auch nur die Männchen zum Verkauf weitergegeben und die Weibchen von den Züchtern zurückgehalten.

Gruß
Dirk

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